Rente mit 67 – immer konsequent bleiben
September 3, 2011 in Berlin, Politik, slider, Spandau von Sven
Haben Sie sich schonmal gefragt, wie konsequent die Politiker vor Ort sind? Ich habe mir dazu mal einige Bereiche angeschaut. Das beste Beispiel habe ich beim Renteneintrittsalter gefunden. Hier fordert die SPD die Altersgrenze von 67 Jahre. Ich mache mir ehrlichgesagt nicht die Hoffnung, dass das bei meinem Renteneintritt noch die Grenze sein wird – falls es überhaupt noch eine gesetzliche Rente gibt.
Ich habe mir also unter dem Gesichtpunkt Rente mit 67 angeschaut wie es mit den Abgeordneten die für Spandau bzw Staaken antreten aussieht. Die Bundestagskandidaten Wegner (CDU) und Schulz (SPD) sind deutlich unter dieser Grenze. Beide sind aktiv, machen einen richtig guten Job. Schauen wir nach Staaken und auf die Kandidaten des Abgeordnetenhaus wartet die CDU mit Heiko Melzer auf – jung, dynamisch, und in der jetzt auslaufenden Wahlperiode 92 Anfragen die von ihm gestellt wurden. (Quelle: PARDOK des Abgeordnetenhaus Berlin) Darunter fallen Spandaurelevante Themen wie Ausstattung Spandauer Schulen, S-Bahn-Verlängerung nach Staaken, Winterdienst in der Spandauer Altstadt, Arbeitsplatzabbau mit Senatsgenehmigung, Stadtteilmanagement -Nachhaltiges Fördern von Projekten statt kurzfristige Effekthascherei)
In der gleichen Zeit hat die SPD-Kandidatin 23 Anfragen im Abgeordnetenhaus gestellt. Da fragt man sich – ist Frau Grosse überhaupt in den meisten Sitzungen anwesend, und was macht sie dort eigentlich? In 5 Jahren und allen 14 Tagen eine Sitzung macht das in der Wahlperiode rund 130 Sitzungen. Nun kam mir der spontane Gedanke: vielleicht sind ja die Themen von Frau Grosse sehr viel aufwändiger, also wieder die PARDOK Suche bemühen. Ergebnis: kein direktes Spandau-Thema. Jetzt wird es interessant, ich habe mir nochmals die Wahlergebnisse von 2006 herausgesucht. Sowohl Herr Melzer als auch Frau Grosse sind im Abgeordnetenhaus von Berlin und beide kandidieren in Staaken. Herr Melzer ist im Abgeordnetenhaus, da er über die Liste der Berliner CDU weitgenug oben stand. Frau Grosse ist allerdings die direkte Abgeordnete, die die Anliegen von Staakenern und somit auch Spandauern vertreten sollte!
Lassen Sie mich jetzt den Bogen zur Überschrift schließen. Frau Grosse ist im September 1943 geboren – übersetzt bedeutet das nichts anderes wie: Frau Grosse hat das Rentenalter erreicht! Leider zeigt sich die SPD hier auch wieder inkonsequent – die Gründe können vielfältig sein, vielleicht gibt es keinen Nachwuchs, vielleicht hängt Frau Grosse auch einfach an diesem netten Posten, vielleicht braucht der ein oder andere sie als Unterstützer für persönliche Interessen, … Warum es tatsächlich so ist wird wohl nie herauskommen. Was aber nach meiner Sicht untragbar ist, ist eine Rentnerin im Abgeordnetenhaus, die in den letzten 130 Sitzungen gerade einmal 23 Anfragen gestellt hat ohne ein Spandaurelevantes Thema anzusprechen. Was wird wohl passieren, wenn jetzt – nochmals 5 Jahre später – Frau Grosse wieder unteranderem meine aber auch die Interessen etlicher weiterer Staakener vertreten soll? Immerhin wird Frau Grosse am Ende der Wahlperiode fast 73 Jahre !!! sein.
Ich werde der SPD den gefallen tun, und ihnen dabei helfen Authentisch zu bleiben und Frau Grosse mit über 67 Jahren in die wohlverdiente Rente schicken zu können. Das ich dies nicht alleine kann ist mir klar. Aber ich möchte von meinem Abgeordneten gerne Spandau und Staaken vertreten wissen!
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