Es gibt Menschen, die in Ihrem Beruf glücklich sind. Darunter gibt es sogar Menschen, die mit extrem stressigen Situationen konfrontiert werden, trotzdem aber ihre Aufgaben erfüllen. Es gibt aber auch Menschen, die mit ihrem Verantwortungsbereich überfordert sind.
Was würden Sie davon halten, im ersten wöchentlichen Meeting wird Ihnen vom Controller des Unternehmens mitgeteilt “Auswertungen? Auswertungen fertigen wir nicht an weil wir keine Daten erheben.” Eine Woche später ist der frisch eingestellt Kollege der Controllers im Meeting und verkündet “Auswertungen? Ja die könnten wir anfertigen, Daten haben wir genug, aber es kann keiner mit der Auswertungssoftware umgehen.” Wieder eine Woche später … sparen wir uns das.
Wie würden Sie darauf reagieren?
Oder wie fänden Sie es, wenn ihr Vorgesetzer im ersten Meeting Vereinbarungen trifft und im nächsten Meeting behauptet: “Soooo hat das niemand gesagt” oder “Sooooo war das gar nicht gemeint”. Würden sie da nicht Wortprotokolle führen?
Jetzt stellen Sie sich mal vor, dass dieses Szenario im Jugendamt und im Jugendhilfeausschuss Realität ist.
Sprachlos?
Kommen wir mal auf den Punkt: Jugendstadträtin Ursula Meys wurde ja bereits mehrfach in den letzten Tagen Gessprächsthema, da ging es um die “Hilfen zu Erziehung” die in Millionenhöhe an Spandauer Familien geht. Das ist auch gut so, aber sollte die zuständige Stadträtin nicht wenigstens den Überblick haben wieviele Millionen in ihrem Bezirk verteilt werden?
Jetzt kommen vermehrt Stimmen aus dem Jugendamt auf wonach Frau Meys Klagen ihrer Mitarbeiter ignoriert. Personalmangel, fehlende Unterstützung bei Problemlösungen und daraus resultierende Überlastung sorgen für Beschwerden im Jugend-Ressort.
Erstaunlich ist, dass nicht nur die CDU diese Thematik anspricht – Arndt Meißner spricht davon, dass Frau Meys ihr Amt nicht mehr im Griff hat – sondern auch von Seiten der Gewerkschaft kommt deutliche Kritik. Die Gewerkschaft Verwaltung und Verkehr hat dieses Jahr mehrere Dutzend Überlastungsanzeigen an die Stadträtin weitergeleitet. Antworten von Frau Meys waren wenig erhellend sondern lediglich ausweichend und herunterspielend. Klaus-Dietrich Schmitt, Gewerkschaftsvorsitzender, sagt gegenüber dem Spandauer Volksblatt “Junge Kollegen haben wieder gekündigt, da sie diese Arbeitsbedingungen für unmenschlich hielten.”
Anfangs sprach ich davon, dass Wortprotokolle in einem solchen Unternehmen ratsam wären. Hier anscheinend auch, spricht Frau Meys doch davon, dass sie auf alle Überlastungsanzeigen reagiert hätte. Als schlechten Witz kann man wohl dann auch die Aussage Frau Meys nur werten “Von den 13 Mitarbeitern, die im vorigen Jahr ausgeschieden sind, sind die meisten in den Ruhestand gegangen oder haben uns aus gesundheitlichen Gründen verlassen.”
Im Spandauer Volksblatt fragt Frau Meys nach der konkreten Kritik an ihrem Führungststil.
- Nehmen Sie Überlastungsanzeigen ihrer Mitarbeiter ernst!
- Controlling ist nicht böse, Controlling hilft, klare Antworten geben zu können
- Zusagen die man in Ausschüssen, Kollegen, Mitarbeitern, … macht, sollte man einhalten
Wenn man all dieses nämlich tut, dann ist es nicht notwendig, dass der Bürgermeister Konsequenzen ziehen muss.
Ich finde es ist genug. Vielleicht schaffen Sie es ja selbst Konsequenzen zu ziehen. Erinnern Sie sich an die Vergangenheit, da haben in der Öffentlichkeit stehende Frauen für viel weniger ihren Platz geräumt und dafür sogar Anerkennung geerntet.

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