Prestige ohne Skrupel

Juli 29, 2010 in Allgemein, Politik von Sven

 

Es haben eigentlich schon genug Medien, genug Blogs darüber geschrieben. Daher wollte ich über das Thema eigentlich nicht schreiben. Aber über die Dreistigkeit, die sich Poliker erlauben schwillt mein Hals mir von Tag zu Tag weiter an.

Worum es geht? Um die Loveparade im Dorf Duisburg, in dem Ruhrgebietsdorf, dass glaubte mit Städten wie Dortmund, Essen oder Berlin mithalten zu können, das Dorf, dass nicht den Mut hat einzusehen, dass es nur Dorf ist.

Ich bin in der Stadt direkt neben Duisburg aufgewachsen, Verwandte wohnten direkt in Duisburg, daher kenn ich mich dort recht gut aus. Schon als die Loveparade dort angekündigt wurde sagte ich zu meiner Frau, dass wird dann wohl die kleinste Loveparade aller Zeiten, denn auf das geplante Gelände passen im Vergleich zu Berlin nur eine Hand voll Leute.

Dass passieren könnte, was passiert ist, dachte ich dabei nicht. Aber darüber möchte ich gar nicht schreiben, vielmehr ist es das dreiste Verhalten der Verantwortlichen. Wer zählt dazu? Der Veranstalter, Vertreter der Stadt, Polizei und Feuerwehr. Insbesondere das Verhalten des Oberbürgermeister des Dorfs Duisburg für mich und durchweg alle Leute in meinem Umfeld mit denen ich darüber gesprochen habe eine Unverschämtheit.

Der Veranstalter hat natürlich einen Zweck den er Verfolgt, er will Profit machen. Daher stellt er in der Regel einen Plan auf, wie alles ablaufen soll, wieviele Leute, Rettungswege, etc. Diesen muss er der Stadt vorlegen, denn ohne ein OK der Stadt- sorry – Dorfväter kann er von diesem Plan nichts umsetzen. Die Verantwortlichen haben dieses Event aber wohl unbedingt in Duisburg haben wollen, koste es, was es wolle. Insbesondere Herr Sauerland war wohl daran interessiert die Loveparade in Duisburg durchführen zu können – wollte er Bochum damit übertrumpfen, die nach Prüfung eine Durchführung nicht genehmigten?

War es das wert?

Der Veranstalter hat auch seine Fehler gemacht. Aber er hat sich nicht gedrückt Verantwortung sofort zu übernehmen. Erste Konsquenzen zu ziehen. Aber auch er versucht den Schwarzen Peter von sich zu schieben.

Wer also soll nun die Verantwortung übernehmen? Alle Beteiligten! Herr Sauerland für sein Handeln oder das Handeln seiner Mitarbeiter, Herr Schaller als Veranstalter, der Mitarbeiter des Rathaus, der die Loveparade genehmigt hat.

Ich bin froh, dass die Bekannten die ebenfalls auf der Loveparade waren körperlich unverletzt blieben. Traumatisiert sind sie dennoch und Wunden die nicht schnell heilen haben sie ebenfalls davongetragen.

Ich trauer aber auch mit denen, die dort ihre Partner, Kinder, lieben Menschen verloren haben. Unnötig verloren haben, weil ein Dorf etwas sein wollte was es niemals sein wird.