Ein Ei und seine Folgen

Mai 8, 2010 in Spandau, Werbung von Sven

Es

So oder so ähnlich sah der nächtliche Störenfried aus

hat alles ganz niedlich angefangen, eines Abends als ich nach Hause kam sprang mir mein Sohn entgegen “Papa, Papa, guck mal was ich gefunden habe, komm, draussen an meinem Haus im Garten, komm schon, los, mahach!!!!!!”. Ich also noch in Anzug und feinem Schuhwerk quer durch den Garten zu seinem Spielhaus. Der Kleine hatte ein Ei gefunden, dass wohl aus einem Nest gefallen sein muss – dachte ich. Als engagierters Kneipp-Kind wollte er, zusammen mit seinen Freunden aus der KiTa dieses Ei pflegen und den dann schlüpfenden Vogel aufpeppeln bis er groß und stark genug sei um selbst durchs leben zu fliegen.

Hätte ich an diesem Abend bloß nicht der ganzen Sache zugestimmt, Polizeieinsatz mitten in der Nacht, verwüstete Gärten und Gartenlauben und noch mehr Straßenschäden – als ob der Winter nicht gereicht hätte!

Aber der Reihe nach:
Noch in dieser Nacht sollte sich mein gesamtes Leben ändern. In dieser Nach schliefen wir recht gut, vor allem mein Sohn – der träumte wohl als Vogelpapa Karriere zu machen – am nächsten Morgen musste ich als erstes mit J. (meinem Sohn) nach dem Ei gucken gehn. Es war noch da, lag ordentlich in dem selbstgebastelten Netz. Da für diesen Tag Sturmböen um die 100km/h angesagt waren fand ich es eine Gute Idee, das Nest samt Ei in das Spielhaus zu legen. Gesagt getan. Um 16 Uhr – J. war gerade von der KiTa zurück – klingelte mein Handy, dass Ei sei kaputt! Tja, dachte ich bei mir, wird wohl nichts aus den Vogelvaterträumen – stimmt, wie sich schnell heraus stellte. Jeder hätte wohl darauf bestanden ein kaputtes Ei weg zu schmeißen, warum ich nicht kann ich heute nicht mehr sagen. Aber in der Nacht schlüpfte ES.

Am kommenden Tag musste ich früh raus, um 6 Uhr ging mein Flieger, mein Nachbar, der jeden Tag so früh raus darf fragte mich, ob wir uns einen Hund zugelegt hätten, der hätte ja die ganze Nacht Radau gemacht … ich und Hund anlegen, bei meiner Tierhaaralergie … seltsam! Seltsam ist wohl der richtige Ausdruck. Da das Ei augenscheinlich kaputt war – ich auch nicht mehr wirklich dran dachte – verlief der Tag normal. In der Nacht passierte es dann. Von dem Flug und langen Tag war ich Recht KO, bin “früh” ins Bett. Um 2.30 Uhr sollte aber meine Nacht vorbei sein. Es klopfte an meiner Tür und jemand brüllte “AUFMACHEN!”. Schlaftrunken schlürfte ich die Treppe zur Tür runter, fragte wer da sei. “Polizei, machen Sie die Tür auf!” Was denn? Holt man nun Leute wegen 8km/h zuviel in der Stadt mitten in der Nacht aus dem Schlaf? Ich öffnete die Tür, vor mir stand ein Beamter hinter ihm Zwei weitere, diese mit ihren Waffen im Anschlag. “Ziehen Sie sich etwas über und öffnen Sie Ihr Gartenhaus!” – “???, Watt ???” – “Jetzt machen Sie hier keinen Aufstand, …” – “Ja, ja” (der “Kenner weiß was es heißt ;-) ). Ich zog mir kurz nen Trainingsanzug und meine Gartenlatschen an (übrigens eine tolle Idee, für alle die ganz schnell ganz wach werden wollen – Tau auf dem Rasen und mit offenen Schuhen mitten in der Nacht drüber laufen). Was ich im dort sah, verschlug mir dann aber doch den Atem. Das Spielhaus von meinem Sohn umzingelt von Einsatzkräften der Polizei (danke übrigens fürs Zertreten der Beete meiner Frau, ich durfte mir noch was anhören), im Haus ein sonores Geheule und jemand (heute würde ich sagen etwas), dass gegen Tür und Wände rannte. Und diese Tür sollte ich jetzt aufmachen??? – Neeeee, ganz bestimmt nicht. Das selbstgebastelte Alarmsystem von meinem Sohn würde ich noch deaktivieren, die Tür sollen aber die netten Herren in Schwarz (ja, in der Nacht sind alle Blauen Scharz ;-) )öffnen, ich bin ja nicht lebensmüde.

So oder so ähnlich sah der nächtliche Störenfried aus

Jetzt ging es los: Nicht nur, dass die halbe Nachbarschaft von dem Aufriss wach geworden war, der erste Fotograf war auch schon da und wollt seinen Schnappschüsse machen. Aber kaum hatte einer der Einsatzkräfte die Tür geöffnet, stürmte etwas heraus. Die aufgestellten Scheinwerfer wurden umgerannt, der junge Mann an der Tür bekam zuvor noch einen der Füße ins Gesicht (das kommt davon wenn man Leute mitten in der Nacht weckt dachte ich mir). Und das war es auch schon, weg war es! Tja, was nun? Ich war natürlich der Angeschmierte und durfte die Nacht über noch Fragen beantworten. Nachdem die Polizei fertig war, wollte die Presse auch noch was wissen.

Endlich wieder @home schaute ich mir die Beschehrung an, dem Gartenhaus ist nichts passiert, drinnen wars nur etwas durcheinander, wobei das auch schon vorher so hätte sein können, kenne ja meinen Sohn. Die Beete meiner Frau teilweise zertrampelt, Schuhabdrücke im gesamten Rasen und jede Mende unausgeschlafene Nachbarn. Ich hab für den Tag alle Termine abgesagt, was soll’s. Das war aber nur der Anfang von dem, was bis heute Spandau wieder einmal einzigartig macht. Seit diesem Tag ist man vor diesem ES nicht mehr sicher, es ist zahm aber menschenscheu, tollpatschig aber nicht bösartig, es taucht auf ist aber sofort wieder verschwunden.

Noch in dieser für mich spannenden Nacht wurden verschiedene Hinweise aufgenommen. Der Fotograf Kämpfer berichtete dass er noch beim Shooting in seinem Studio war, als jemand vor die Tür lief, bis er dort war, war aber niemand mehr zu sehn. Am frühen Morgen berichtete Herr Abel vom SMB ähnliches und auch die Wilhelmstadt blieb nicht verschont. Aber was, was ist das bloß? Ich habe mich auf jedenfall mit Klotzkies eingedeckt, dieses ES war nämlich noch öfter hier, sollte es mir zuviel werden hab ich dann genug Klotzkies, entweder baue ich mir damit eine Mauer oder bewerfe ES einfach damit.

Wie es weiter geht, berichte ich in den nächsten Tagen. Eins ist sicher, Spandau bleibt schön, es bleibt spannend, und vielleicht, aber nur vielleicht gibts auch noch eine Kopfprämie, der ES entdeckt!
Wer es noch nicht mitbekommen hat, Teile dieser Erzählung sind aus dramaturgischen Gründen frei erfunden. Erlebnisse wurden textlich etwas ausgeschmückt (oder sind einfach nur Nonsens), alles zusammen ist aber der Anfang von etwas ganz, ganz Großem!